Montag, 8. Februar 2016

Christian von Aster "Der letzte Schattenschitzer" (Rezension)

Titel: Der letzte Schattenschnitzer
Autor: Christian von Aster
Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
Verlag: Klett-Cotta
Preis (Buch): 19,95 €
Preis (ebook): 9,99 €



 

INHALT: 
Aufruhr in der Schattenwelt. Ripley, ein Schatten der vor langer Zeit eingesperrt wurde, da er die Herrschafft über die Menschen erlangen wollte, ist verschwunden. Schon bald wird klar, dass er sein Werk von damals zu Ende führen will und das Gleichgewicht zwischen Menschen und Schatten für immer zerstören will. Derweil werden zwei mysteriöse Kinder geboren. Maria - Ein Mädchen ohne Schatten zum einen. Zum anderen Jonas Mandelbrodt - Ein Junge, der die Fähigkeit besitzt mit seinem Schatten zu kommunizieren. Beide sind andersartig und ihr Schicksal wird sie schon bald zusammen führen.


MEINE MEINUNG: 
Dieses Buch wollte ich schon seit sehr langer Zeit gelesen haben und jetzt endlich habe ich es geschafft. Eine Geschichte rund um eine geheime Welt der Schattenwesen aufzubauen klang vielversprechend und somit fing ich mit großer Neugier zu lesen an. Sobald ich an lebende, mysteriöse Schatten denke, fällt mir direkt Peter Pan ein. Somit dachte ich, dass vielleicht etwas von der Magie des Peter Pans hier mither gehen würde. Dies war allerdings nicht so der Fall und auch nicht weiter tragisch. Dadurch war ich umso neugieriger wie sich denn nun diese Geschichte entwickeln würde. Hier ist allerdings auch ein wenig das Problem. Die Geschichte fängt sehr vielversprechend an, flaut jedoch durch endlose Erklärungen immer wieder ab. Die Charaktere bleiben zudem alle sehr schattenhaft. Ob das bei dem Thema wohl beabsichtigt war? Jedenfalls hatte ich bis zum Ende hin nicht das Gefühl auch nur eine der Figuren richtig kennen gelernt zu haben. Gefallen hat mir allerdings der philosophische Touch der Geschichte, der mich immer wieder dazu brachte zwischen den Zeilen zu lesen. Schwierig fand ich hingegen den Schreibstil, der nicht nur zwischen den Perspektiven, sondern auch Zeitformen wechselt. Dadurch wurde das Lesen zwischendurch etwas anstrengend. Insgesamt haben mir die Ideen sehr gut gefallen. Nur die Umsetzung war mir dann doch stellenweise zu holprig. Vielleicht hätte der Roman auch ein paar Seiten mehr gebraucht um "runder" zu wirken.

CHARAKTERE:
Jonas Mandelbrodt
Jonas fällt schon früh durch seine Andersartigkeit auf. Allerdings eigentlich durch eine eher unauffällige Art. Er redet kaum und blickt stets zu Boden. Das er mit seinem Schatten kommuniziert, der ihn von Menschen nicht greifbares Wissen lehrt ahnt natürlich keiner. Schnell wird er von einem zum nächsten Psychologen geschlört und erhält bald die Diagnose Autist zu sein. Nur so erklärt sich den normalen Menschen Jonas' Verhalten. Freunde findet er kaum und dafür hat er auch keine Zeit mehr wirklich, als er immer tiefer in das Wissen und die Welt der Schatten vordringt. Das ihm dies bald zum Gejagten macht ahnt er noch nicht. Man hätte aus dieser Charakteridee deutlich mehr machen können, als umgesetzt wurde. Schade.

Maria Dolores Hidalgo
Sie ist das Mädchen ohne Schatten. Da dies für die Menschheit kaum zu glauben ist, wird sie schnell zu einem Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt. Ihr Vater wittert dadurch das große Geld und somit wird sie schon bald schamlos ausgenutzt und für die Kirche zu einem neuen Wunder gekürt. Charakterlich bleibt sie einem allerdings noch fremder als Jonas. Müsste ich jetzt aus dem Stegreif ein Charakterprofil oder eine Analyse zu ihr schreiben würde mir nichts einfallen. Erst später im Verlauf der Handlung macht es durchaus Sinn, dass sie charakterlich eher blass bleibt. Mit ihr richtig mitzufühlen, fällt allerdings schwer.
Weitere Charaktere
Weitere nennenswerte Charaktere wären Erzsebet Stiny, Cassus und Malachias. Cassus wurde als Baby ausgesetzt. Seltsammer sind allerdings die merkwürdigen Tattoowierungen, die seinen Körper zieren. Sie zeichnen ihn als Schattenkundigen und schon bald beginnt er als Erwachsener die Sprache der Schatten zu erlernen. Erzsebet ist eine Schattenkundige mit viel Erfahrung. Sie hilft Jonas bei seiner Flucht, verbirgt allerdings ein Geheimnis. Malachias ist ein Wächter der Stadt Ambrí - Eine mystische Stadt voller Engel, Schatten und Schattenkundiger. Er selbst ist ein Engel und wird Jonas einen Teil seines Weges begleiten.

PRO&CONTRA:
+ interessante Kombination aus Alchemie, christlicher und griechischer Mythologie
+ philosophisch angehauchte Story, die zum nachdenken anregt
+ andersartige Fantasy
- manchmal ungalanter Wechsel zwischen den Schreibstilen, ebenso unruhiger Perspektivenwechsel
- man hat nicht das Gefühl die Charaktere richtig kennen zu lernen
- zwischenzeitlich etwas langatmig

DRAMATURGIE:
Spannung: 3,5/5 Schattenfedern
Action: 2/5 Schattenfedern
Drama: 4/5 Schattenfedern
Romance: 1/5 Schattenfedern
Humor: 2/5 Schattenfedern
Anspruch: 3,5/5 Schattenfedern

WERTUNG:
Cover/Gestaltung: 4,5/5 Schattenfedern
Charaktere:  2,5/5 Schattenfedern
Schreibstil: 3,5/5 Schattenfedern
Handlung:  4/5 Schattenfedern
Lesespaß: 3,5/5 Schattenfedern

FAZIT: 
Keine klassische Fantasy mit sowohl Vor- und Nachteilen. Eine Geschichte, die mich anfangs sehr schnell begeistert hat, doch zur Mitte hin etwas abgeflaut ist. Eher seichte, aber kreative und philosphisch angehauchte Dramaturgie. Tolle Ideen und Hintergründe, nur leider etwas blasse Charaktere. Gut gemeinte drei Sterne.

1 Kommentar:

  1. ich setz es dir jetzt einfach mal hier rein, und hoffe, du hast Spaß dadran ;)

    http://negothia-fantasy.over-blog.com/2016/03/sisterhood-of-the-world-bloggers-award.html

    liebe Grüße Negothia

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