Montag, 19. Oktober 2015

Ursula Poznanski "Layers" (Rezension)

Titel: Layers
Autorin: Ursula Poznanski
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Loewe
Preis (Buch): 14,99 €
Preis (ebook): 12,99 €



 

INHALT: 
Seit Dorian von daheim geflüchtet ist, lebt er auf der Straße. Jeder Tag ist ein Tag ums nackte Überleben. Als er eines Tages neben der Leiche eines anderen Obdachlosen erwacht und neben ihr sein eigenes ausgeklapptes Taschenmesser findet, bekommt er es zunehmend mit der Panik zu tun. Kurz darauf wendet sich jedoch alles zum Besseren. Ein Fremder bietet ihm seine Hilfe an und bringt ihn zu einer Villa, in der in Not geratene Jugendliche aufgenommen werden. Hier bekommt er eine Unterkunft, Kleidung und Nahrung. Alles scheint zu schön zu um wahr zu sein. Ein Geschenk des Himmels. Nur ist nicht alles Gold, was glänzt. Als Dorian damit beauftragt wird mysteriöse Pakete in Umlauf zu bringen und plötzlich entgegen der Regeln eines davon öffnet wird er gnadenlos gejagt.


MEINUNG: 
Es ist nicht allzu leicht etwas zu diesem Roman zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Dennoch werde ich weder etwas über den Inhalt der Pakete, noch über.... STOPP!
Fangen wir von vorne an. Mit der Autorin Ursula Poznanski liege ich ein wenig im Zwiespalt. Außer dem Roman "Layers", kenne ich auch bereits "Erebos" und "Saeculum". Ihre Ideen und Klappentexte sprechen mich in der Regel immer an. Allerdings gefiel mir sowohl bei "Erebos", als auch bei "Saeculum" die Umsetzung nicht sonderlich. Viel Potenzial war bei beiden Romanen vorhanden, doch hatte ich mir jeweils etwas anderes vorgestellt und mir mehr Tiefe und auch stärkere Charaktere gewünscht. Nun aber genug dazu. Hier soll es schließlich um "Layers" gehen. Wie ich fast schon ahnte waren auch hier die Haupt- und Nebencharaktere etwas flach. Immerhin hatte ich hier allerdings zumindest am Ende das Gefühl einige Charaktere wenigstens im Ansatz besser kennen gelernt zu haben. Dorian bildet hierbei den Kern des Geschehen. Man erfährt, warum er von Zuhause abgehauen ist, wie er sich nun durchs Leben mogelt und welche Ängste ihn bezüglich seiner Zukunft plagen. Dorian ist ein eher vorsichtiger, bedachter Mensch. Auch wirkt er zunächst wie jemand, der nicht allzu schnell Vertrauen zu jemand anderem fasst. Allerdings handelt er aufgrund seiner Situation oftmals auch naiv, ohne es selber so wahrzunehmen. Meist erkennt er dann zu spät, dass sein Handeln vielleicht doch nicht so clever war. Neben ihm lernen wir noch einige weitere Jugendliche kennen, die entweder noch auf der Straße leben oder bereits Teil der geheimnisvollen Villa sind. Bornheim, der Leiter dieser Nothilfe, wird sogleich recht undurchsichtig dargestellt. Man weiß nicht, ob man ihm trauen soll oder lieber nicht. Dieser Zwiespalt bleibt bis zum Ende hin. Eine weitere für Dorian wichtige Bezugsperson wird Stella, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Ab hier werde ich auch nichts mehr zu den Charakteren sagen, da es zu viel verraten könnte.
Die Handlung beginnt direkt spannend, da hier fast direkt an der Stelle angesetzt wird, an der Dorian neben einer Leiche erwacht. Man rätselt direkt mit Dorian, was passiert sein könnte, da er sich nicht mehr daran erinnern kann, was passiert ist. Die folgenden Geschehnisse in der Villa wirken zunächst recht unspektakulär. Dorian bekommt Zeit sich einzuleben und wird zunächst wie nahezu jeder andere damit beschäftigt Flyer auf der Straße zu verteilen. Erst als er mit der Aufgabe betreut wird Pakete zu verteilen, dessen Inhalt er nicht kennen darf, wendet sich das Blatt. Denn Dorian wiedersetzt sich dieser Regel. Man ahnt bis zum Öffnen des Pakets nicht, was darin sein könnte. Ich hatte zwar einige Ideen und Ansätze, aber darauf bin ich nicht gekommen. Die Idee dahinter und auch die Thematiken, die dadurch angesprochen worden sind gefielen mir sehr gut. Dadurch wurden sowohl wirtschaftliche, moralische, als auch gesellschaftskritische Fragen in den Raum gestellt. Hier und da hätte die Idee sicher noch mehr Potenzial gehabt, aber im Großen und Ganzen mochte ich die Umsetzung. Das Ende habe ich in dieser Art auch nicht erwartet und somit wurde ich hier mit einigen überraschenden Wendungen überrascht. Einen Stern Abzug, da mir doch noch das gewisse Etwas fehlte.


FAZIT: 
Ein spannender und wendungsreicher Roman, der nachdenklich stimmt. Zudem eine durchaus neuartige Idee, die mir in der Art und Weise noch nirgendwo anders begegnet ist.


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