Sonntag, 30. August 2015

Jenny Rogneby "Leona - Die Würfel sind gefallen (Rezension)

Titel: Leona (1) - Die Würfel sind gefallen
Original-Titel: Leona (1) - Tärningen är kastad
Autorin: Jenny Rogneby
Taschenbuch: 440 Seiten
Verlag: Atrium
Preis (Buch): 13,99 €
Preis (ebook): 16,99 €



 

INHALT: 
Es ist ein Fall, der ganz Schweden den Atem anhalten lässt. So unwirklich wie grotesk erscheint es. Ein siebenjähriges Mädchen raubt eine Bank aus und verschwindet spurlos. Leona, Mitte 30, verheiratet und Mutter von zwei Kindern übernimmt den Fall. Nur mit müßigen Erfolgen kommt sie vorran, während das Mädchen einen weiteren Raub begeht. Alle um sie herum scheinen Geheimnisse zu haben, doch auch Leona ist ein Mensch voller Überraschungen. Wird die Geschichte noch ein gutes Ende nehmen oder werden die Ermittlungen ins Nichts führen?


MEINUNG: 
Dieses Buch polarisiert. Leona ist keine Protagonistin, die dazu geschaffen wurde, um von den Lesern ins Herz geschlossen zu werden. Dessen sollte man sich vor dem Kauf dieses Buches bewusst sein. Sie wirkt kalt, berechnend und gefühlslos. Viele Geheimnisse verstecken sich hinter ihrer Fassade und man rätselt bis zum Ende über das Psychogramm dieser einen Figur. Das Buch lebt durch Leonas' kontroverse Persönlichkeit. Selten findet man Bücher, in denen einzig und alleine ein Charakter es schaft so sehr zu fesseln und gleichermaßen zu irritieren, sodass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Was im Roman nicht zur Sprache kommt muss der Leser selbst zwischen den Zeilen für sich heraus finden, doch genau dies hebt dieses Buch aus der Masse heraus. Des Öfteren habe ich mich dabei ertappt wie ich versucht habe ihre Psyche zu entschlüsseln, obwohl sie bloß fiktiv ist. Ich denke dies spricht für sich wie facettenreich Leonas' Charakter angelegt ist. Mehr möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht zu ihr als Person sagen, um nicht zu viel von der Handlung preiszugeben.

Das Buch wurde aus der Ich-Perspektive geschrieben und somit schildert Leona alle Ereignisse um sich herum aus erster Hand. Zwischendurch findet man jedoch auch Schilderungen über das Mädchen, das die Banküberfälle ausgeübt hat. Sehr berührend, aber auch kindlich naiv werden ihre Gedanken und Gefühle bezüglich dieser Taten und ihrem Bezug zu den Drahtziehern beschrieben. Auch weitere Einschnitte durch andere Charaktere flechten sich in Leonas' Geschichte mit ein und bieten Abwechslung. Einzig und alleine die Tatsache, dass ich jetzt noch so lange bis zur Fortsetzung warten muss könnte ich als negative Kritik anmerken ;) Von daher hat dieses Buch seine 5 Sterne voll und ganz verdient.

FAZIT: 
Ziemlich harter Tobak. Ein Roman mit einer außergewöhnlichen Protagonistin, die den Leser verstört und doch fesselt. Eine Handlung, die zunächst recht einfach gestrickt wirkt, aber zum Verzweifeln bringt. Jeder der gerne einen etwas anderen Thriller mit einer besonderen Ermittlerin kennenlernen möchte, sollte hier zugreifen. Mich konnte dieses Debüt voll und ganz überzeugen und ich würde jetzt am liebsten bereits den zweiten Band lesen.


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