Montag, 25. Mai 2015

Victoria Schwab "Das Mädchen, das Geschichten fängt" (Rezension)

Titel: Das Mädchen, das Geschichten fängt Original-Titel: The Archived
Autorin: Victoria Schwab
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Heyne
Preis (Buch): 13,99€
Preis (E-Book): 10,99€






INHALT:
Nach dem Tod ihres jüngeren Bruders Ben zieht die 17-jährige Mackenzie Bishop mit ihren Eltern in ein altes Hotel, das ihrer Meinung nach schon bessere Zeiten gesehen hat. Dennoch versucht Mackenzie ihren Eltern bei dem Versuch ein neues Leben zu beginnen nicht im Weg zu stehen. Dafür hat sie als Wächterin über das Archiv der Lebensgeschichten bereits Verstorbener auch gar keine Zeit. Schließlich muss sie dafür sorgen, dass jene Chroniken auch an ihrer richtigen Stelle bleiben und nicht in die Außenwelt gelangen. Als jedoch immer mehr Chroniken aus ihrem Schlaf erwachen und versuchen zu entkommen und sie auch im Hotel hinter eine Verschwörung stoßt, merkt sie, dass dies nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Helfen könnte ihr hierbei nur der Wächter Wesley Ayers, doch dazu müsste sie ihm voll und ganz vertrauen.




MEINUNG:
Um ganz ehrlich zu sein, ist mir das Buch schon vor einer Weile aufgefallen, doch aufgrund des Covers hatte ich mit einer etwas kitschigen Geschichte gerechnet, was ich nicht unbedingt mag. Dennoch hatte ich mir den Klappentext durchgelesen und wurde sogleich neugierig darauf in welche Welt mich Mackenzie Bishop führen würde. Somit stand das Buch eine Weile auf meiner Wunschliste. Erst ein glückliches Händchen bei der Aktion "Blogger schenken Lesefreude" brachte das Buch letztendlich in meine Hände. Jetzt nachdem ich es gelesen habe, muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich es fast etwas schade finde, dass es erst so spät von mir gelesen wurde.
"Das Mädchen, das Geschichten fängt" ist meilenweit von Kitsch entfernt und brilliert stattdessen eher durch eine mysteriöse und zugleich abenteuerliche Geschichte, bei der man nie genau weiß, was einem auf der nächsten Seite erwartet. Genau wie die Hauptfigur Mackenzie fühlt man sich als Leser in ihrer Welt verloren, ist aber auch fasziniert von all den Eindrücken und neugierig, was als nächstes passiert. Man fühlt mit der leicht chaotischen Mackenzie, die nichts lieber tun würde als ihren Bruder zurück zu holen, es aber nicht darf. Man rätselt mit ihr bei der Verschwörung um das Hotel, in dem es darum geht, das in ihrer Wohnung vor mehr als 50 Jahren ein Mord geschehen ist und alle Indizien dazu wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheinen. Man möchte wissen, warum einige Chroniken aufwachen und die meisten dadurch durch ihr agressives Verhalten entgleiten, während einige wenige wiederum kaum anders als zu ihren Lebzeiten zu sein scheinen. Man möchte mehr über die Bibliothekare erfahren, die das Archiv schützen, dafür nie altern, aber das Jenseits im Gegenzug auch nie verlassen dürfen. Durch all die Fragen, die einem beim Lesen durch den Kopf spuken, kann man das Buch kaum aus der Hand legen und selbst wenn man es dann doch mal beiseite gelegt hat, drehen sich die Gedanken oft noch immer um die Geschichte.
Noch eine Sache die ich loben möchte: Die Rückblenden, die entweder die Vergangenheit fremder Personen oder Chroniken zeigen oder auch die Erinnerungen von Mackenzie an ihren verstorbenen Großvater und ihren Bruder runden die Geschichte ab und bieten zugleich Abwechslung.

FAZIT:
Eine fantasievolle und mitreißende Geschichte, die auch für weitere Bände vielseitiges Material und Potenzial bietet. Ein zweiter Teil ist bereits im englischen Original unter denm Titel "The Unbound" erschienen. Dringende Leseempfehlung.

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