Samstag, 2. Mai 2015

Sara Lövestam "Herz aus Jazz" (Rezension)


Titel: Herz aus Jazz
Originaltitel: Hjärta av jazz
Autorin: Sara Lövestam
Taschenbuch: 333 Seiten
Verlag: Rowolth
Preis: ca.9,99€





INHALT:
Die 15-jährige Steffi wird in ihrer Schule gemobbt und muss dabei viele schreckliche Dinge über sich ergehen lassen. Um aus diesem Alltag zu entfliehen hat sie die Welt des Jazz für sich als Fluchtmöglichkeit gefunden. Sie geht darin auf Musik zu hören oder auch selber zu machen. Als sie durch einen Zufall den Senioren Alvar in einem Altersheim begegnet, ist sie völlig fasziniert von seinen Geschichten aus längst vergessenen Zeiten. Durch seine Erlebnisse lernt sie viel über die Vergangenheit und das Leben an sich. Allmählich lernt sie dadurch auch für ihre eigenen Träume zu kämpfen...




MEINUNG:
"Herz aus Jazz" ist kein schlechtes Buch. Die damalige Zeit aus Sicht von Alvar wird authentisch dargestellt, ebenso wie das Thema Mobbing. Auch wird die Leidenschaft zur Musik, die Steffi und Alvar miteinander verbindet gut in Szene gesetzt und durch viele musikalische Begrifflichkeiten verbildlicht.

Was jedoch hat mich gestört, weshalb es "nur" für 3 Sterne gereicht hat? Der Schreibstil war für meinen Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig. Die Autorin beschreibt die Ereignisse, die in der Gegewart stattfinden im Präsens (Gegenwartsform) und alles, was Alvar aus der Vergangenheit erzählt, wurde im Präteritum geschrieben. Dies mag zwar sehr subjektiv sein, aber ich mag es lieber, wenn man sich auf eine Zeitform einstellen kann.

Es wird ziemlich oft zwischen beiden Sichtweisen gewechselt. Dies macht zum einen genau den Reiz des Buches aus, ließ mich jedoch zwischenzeitlich aus dem Lesefluss bringen. Auch war ich mir die ganze Zeit unsicher, ob die beiden Geschichten einzeln gesehen wirklich spannend gewesen wären. Ich glaube eher nicht. Zum Glück ist dies jedoch nicht der Fall und somit konnte ich den Roman trotz einiger Mängel genießen. Das Buch vermittelt einige wichtige Botschaften und neue Sichtweisen. Dies möchte ich dem Buch einerseits zugute rechnen. Andererseits werden einige dieser Werte etwas unglücklich verpackt, sodass man einiges leicht fehlinterpretieren kann.

Insgesamt zeichnet sich durch "Herz aus Jazz" ein seichter Spannungsbogen. Vieles ist recht vorhersehbar, auch wenn die Art und Weise wie einige Dinge geschehen teilweise überraschend sein mag. Die Hauptcharaktere gefallen mir recht gut und die ungewöhnliche Freundschaft, die sich zwischen den beiden aufbaut mochte ich. Trotzdem wirkte alles auf mich nicht ganz rund und ich fand es zudem schade, dass einige Nebenhandlungen bis zum Ende nicht abgeschlossen wurden.

FAZIT:

Ein etwas anderer Jugendroman mit einigen interessanten Ansätzen, der mich mich jedoch nicht ganz überzeugen konnte.



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