Sonntag, 26. April 2015

Von der Ideenfindung zum fertigen Buch (Indie-a-napolis)

Auf dem Weg zu unserem ersten fertigen Buch war ein sehr langer Weg. Wir haben auf diesem Weg viel recherchiert, sowohl im Internet als auch in Büchern.

Zu allererst möchten wir jedoch festhalten, dass die Masse an möglichen Vorgehensweisen, Tipps & Tricks enorm ist. Deshalb waren wir zu Beginn unserers ersten Projekts absolut überfordert und total durcheinander. Wir wussten gar nicht mehr genau, wie wir denn nun die ersten Schritte richtig planen sollten.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle besonders deutlich machen, dass es unserer Meinung nach nicht den einen richtigen Weg gibt, da jeder Mensch nun mal anders ist und deshalb auch anders arbeitet.

Zu viel Struktur kann unter Umständen auch einengen und die eigene Kreativität einschränken, die wir für das Scheiben jedoch als Notwendigkeit erachten. Plötzliche Ideen können somit nur schwer noch in den streng sturkurierten Handlungstrang eingeflochten werden.




Wir selbst möchten uns die Möglichkeit des freien Schreibens jedoch nicht verwehren, weshalb wir diesen Weg für uns persönlich ausgeschlossen haben. Wir gehen nach unseren eigenen persönlichen Stärken vor und haben so die für uns effektivste Arbeitsweise gefunden; auch wenn diese nicht der studierten, vorgeschriebenen Vorgehensweise entspricht.

Auch hierzu haben wir unsere ganz eigene Meinung.

Die größten Dichter und Poeten haben das Schreiben an sich schließlich sozusagen erfunden und nicht nach Normen, Texte in eine Form gepresst. Aus diesen Werken wurden hinterher von Menschen, die schreiben wollten Regeln entworfen, die die Dichter und Poeten der ersten Stunden sozusagen quasi im Blut hatten.
Diese wären jedoch heutzutage sicherlich darüber amüsiert, dass sie durch ihre Werke Normen für die Kreativität festgelegt haben. Dies ist ein Widerspruch in sich. Das Schreiben ist viel mehr eine Gabe, ein Talent, eine Emotion, die diese zu nutzen wussten.

Wir selbst haben zunächst eine Grundidee und fertigen hierzu eine Mind Map. Somit schreiben wir auf diesem Weg alles auf, was uns zu dieser Thematik einfällt und was unserer Geschichte somit einen weiteren Handlungsbogen geben kann. Wir strukturieren, wie bereits erwähnt sehr frei, auch wenn viele Autoren eine ausführliche Storyline zu schreiben empfehlen und ebenso für jeden Charakter einen ausführlichen Charakterbogen zu erstellen. Anstelle der ausführlichen Storyline beschäftigen wir uns "nur" mit der groben Struktur und schreiben zu jedem Kapitel ein paar Stichpunkte, die unsere wichtigsten Schlüsselszenen darstellen. Gedanklich hat das Buch natürlich bereits mehr Form und Inhalt und auch die Haupt- und Nebencharaktere, die wir im nächsten Schritt benennen, bekommen Form. Auch hier notieren wir nur die wichtigsten Stichpunkte, wie Alter und besondere Merkmale oder Eigenarten. Der Charakterbogen ist hierbei wesentlich umfangreicher und kann durchaus hilfreich sein, um einem Charakter mehr Tiefe zu verleihen. Deshalb haben auch wir dies zunächst so ausgetestet, unter anderem auch da diese Arbeitsweise am häufigsten empfohlen wird.

Abschließend haben wir für uns jedoch festgestellt, dass dies nur mehr Schreibarbeit darstellt und somit wenig effektiv ist. Dies liegt vor allem daran, dass wir dadurch, dass wir zu zweit arbeiten über unsere Charaktere sprechen und diese sich somit bereits in unseren Köpfen visualisiert haben. Wir testen uns deshalb nun auf eine etwas untypische Weise. Wir sind im Internet auf die "100 Fragen zu Ihrem Buchcharakter" gestoßen und haben diese durchgespielt. Dies sind ganz normale Fragen zu Lieblingsfarben, Essen oder auch Einstellungen zu  den verschiedensten Thematiken. Auf diese Art und Weise lässt sich feststellen, wie gut man seinen Charakter wirklich schon kennt. Hierbei muss es sich nicht zwingend um diese Liste handeln. Selbstausgedachte Fragen oder Fragen von Freunden und Bekannten sind ebenso effektiv. Sollten hier Schwierigkeiten auftauchen und sich Fragen nur zögerlich beantworten lassen, so ist der Charakterbogen durchaus empfehlenswert.

Sollte nun das Grundgerüst stehen, beginnt eine der wohl größten Hürden:

Der erste Satz!

Was ist denn nun ein guter erster Satz???
Wie fängt man an?

Die Antwort ist :

Es gibt keinen richtigen bzw. guten ersten Satz, denn es gibt keinen falschen bzw. schlechten ersten Satz!

Wie genau ist das zu verstehen?

Wichtig ist hier nur die Kernaussage des ersten Abschnittes oder auch  Kapitels. Was soll dieser aussagen? Wo befinden wir uns? Wieso befinden wir uns dort? Was möchten wir im ersten Kapitel erreichen? Was möchten wir beim Leser bewirken? Möchten wir ihn ins Geschehen schmeißen oder eher langsam einführen und eher erklären, vielleicht auch um einen späteren Kontrast zu erzielen. Hierzu kann es sinnvoll sein, zu Beginn sehr ausführlich und detailverliebt zu beschreiben oder aber ein direktes "Hereinschmeißen". Hierzu eignen sich auch sehr gut kurze, knappe Sätze, um so den Leser schnell durch den Anfang der Geschichte zu bringen und Spannung zu erzeugen.

Des Weiteren sei gesagt, dass der erste Satz der schwierigste ist und sobald er geschrieben ist, es zunehmend leichter wird. Es ist auch völlig normal, gerade beim Erstlingswerk, dass der Schreibstil sich während des ersten Buchs verbessert. Dadurch sollte man sich jedoch nicht verunsichern lassen. Im Gegenteil, denn nur dadurch sieht man, dass man sein Potential noch nicht vollständig ausgeschöpft hat und man sich durch das weitere Schreiben noch weiter entwickeln kann.

Eine weitere Sicherheit kann es sein, sich die ersten Sätze der eigenen, persönlichen Lieblingsbücher herauszusuchen. Gibt es Gemeinsamkeiten oder eher nicht? Wir schätzen eher nicht. Was sagt uns das? Richtig! Es gibt keinen richtigen bzw. guten ersten Satz, denn es gibt keinen falschen bzw. schlechten ersten Satz!

Und nun noch zur Beruhigung: Fangt einfach an! Wir haben schließlich gerade festgestellt, dass sich der Schreibstil weiterentwickelt. Und nun der Geheimtipp: Psst! Man kann den ersten Satz auch im Nachhinein noch ändern ! ;)

Wir wünschen an dieser Stelle allen Schreiberlingen gutes Gelingen und gerne auch Rückmeldungen dazu, ob wir euch vielleicht ein wenig weiter helfen konnten.

Weiteres folgt. Ihr könnt uns gerne auch Themenwünsche zukommen lassen. Wir werden diese, sofern es uns möglich ist vorrangig bearbeiten.

Auf bald.

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