Freitag, 24. April 2015

Amy Harmon "Unendlich wir" (Rezension)

Titel: Unendlich wir
Originaltitel: Infinity + One
Autorin: Amy Harmon
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Egmont INK
Preis: ca.14,99€

 

 

INHALT:
Nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester Minnie sieht Bonnie keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Dabei hat sie eigentlich alles, was sich andere lediglich in ihren schönsten Träumen ausmalen können. Sie ist erfolgreiche Country-Pop-Sängerin und hat bereits mehrere Preise gewonnen, doch diese Karriere scheint plötzlich komplett bedeutungslos zu werden. Sie will nur noch raus aus ihrem Leben. Ihr letzter Ausweg: Sie will sterben.
Als sie dieses Vorhaben in die Tat umsetzen und von einer Brücke springen will, wird sie dabei jedoch von dem jungen Ex-Häftling Finn Clyde aufgehalten. Eigentlich hatte Finn vor alleine nach Las Vegas zu fahren, um dort ein neues Leben anzufangen, doch fortan wird er Bonnie nicht mehr so schnell los. Ein turbulenter Road-Trip beginnt...




MEINUNG:
Zunächst war ich unschlüssig, was mich genau bei diesem Roman erwarten würde. Auf dem Klappentext sind ein paar weniger Infos als ich in meine Beschreibung oben gefasst habe. Dadurch hatte ich mit einem Buch in Richtung "Veronika beschließt zu sterben" oder "A Long Way Down" gerechnet. "Unendlich wir" aber schlägt ganz andere Töne an. Trotz einiger psychomelodramtischer Momente, nimmt es im Verlauf des Buches einen eher abenteuerlichen Charakter an.
Wie einst das Verbrecherpaar Bonnie und Clyde merken auch sie schon bald, dass sie eigentlich nur noch einander haben. Auf den ersten Blick könnten Bonnie Rae Shelby und Finn Clyde nicht unterschiedlicher sein, doch mit der Zeit entdecken sie immer mehr Gemeinsamkeiten, die sie zusammen schweißen.

Gut gelungen finde ich auch die kurzen Passagen zu Beginn jedes Kapitels. In diesen wird die Sicht der Presse über Bonnie Rae Shelbys' plötzliches Verschwinden erläutert. Vieles wird von den Medien als wasserdichte Fakten dargestellt, die letztendlich gar nicht stimmen. Genaues möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht erzählen. Insgesamt gefiel es mit größtenteils sehr gut wie Amy Harmon die Unterschiede zwischen Schein und Realität ausleuchtet und dabei auch ganz nebenbei auf Vorurteile gegenüber bestimmten Menschen eingeht. Hinter jedem Menschen steckt schließlich auch immer eine Geschichte und die muss nicht zwangsläufig den ersten offensichtlichen Gedanken bestätigen. Diese Gedankengänge hat sie anhand der Figur Finn Clyde wirklich sehr gelungen dargestellt.

Leider gab es aber auch ein paar Dinge, die mich etwas gestört haben. Amy Harmon wechselt zwischen der Ich-Erzählperspektive (Sicht von Bonnie) und der Personalen Erzählerperspektive (Sicht von Finn) hin und her, was ich am Anfang etwas störend fand. Mit der Zeit gewöhnte ich mich jedoch daran und konnte ohne Probleme im Lesefluss versinken. Was mich etwas enttäuscht hat, war das Ende. Irgendwie hätte man in den letzten Kapiteln meiner Meinung nach noch mehr Spannung rein bringen und es anders auflösen können.

FAZIT:
Anders als zunächst erwartet, aber dennoch gut. Eine Art modernes Märchen als turbulenter Road-Trip. Da mich das Ende nicht vom Hocker gerissen hat und ich am Anfang ein paar Probleme mit dem Schreibstil hatte, gibt es von mir einen kleinen Abzug. Da mich die Geschichte aber sonst größtenteils wirklich fesseln und ich mit den Charakteren mitfiebern konnte, vergebe ich 4 Sterne.

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