Montag, 23. März 2015

John Niven "Gott bewahre" (Rezension)

Titel: Gott bewahre
Originaltitel: The Second Coming
Autor: John Niven
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Heyne
Preis: ca.9,99€






 INHALT:
Kaum macht Gott einen kurzen Urlaub von ca. 400 Erdenjahren und übergibt seinem Sohn die Urlaubsvertretung herrscht auf der Erde ein riesiges Chaos aus Komerz, Geldgier und politischen Machtspielchen. Gott kann es gar nicht glauben wie sehr sich die Welt seit seiner Abreise verändert hat. Als er seinen Sohn zur Rede stellt findet er heraus, dass dieser von alledem selbst kaum etwas mitbekommen hat und sich lieber die Zeit mit anderen Dingen vertrieben hat wie z.B. Gitarre spielen mit Hendrix. Gott sieht jedoch noch eine Chance für die Menschheit und schickt Jesus auf die Erde, um das einzig wahre Gebot zu verbreiten: Seid lieb!

MEINUNG:
Wie fand ich dieses Buch? Der erste Teil des Romans, der sich über die ersten 70 Seiten erstreckt, hat mich fast dazu gebracht das Buch abzubrechen. Zunächst war es der Schreibstil mit seiner doch eher recht derben Ausdrucksweise, an den ich mich erstmal etwas gewöhnen musste. Außerdem hat mich die Beschreibung der Hölle, doch eher etwas angekelt. Ich will nicht zu viel vorweg nehmen, aber die Art und Weise, was dort beschrieben wird und wie Gott und Jesus noch fröhlich lächelnd daran vorbei gehen war mir einfach an der Stelle etwas too much. Dennoch wollte ich das Buch nicht weg legen, weil ich wissen wollte, was Jesus bewirkt, wenn er in unserer Zeit wiedergeboren wird. Ab da wurde das Buch dann auch von Seite zu Seite besser und bot auch einige interessante Denkanstösse, die mir selber zum Teil auch schon durch den Kopf gegangen sind. Schön zu sehen, dass ich mit diesen Gedanken nicht alleine bin.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und auch wenn die Darstellung dieses Jesus zunächst etwas gewöhnungsbedürftig war, habe ich ihn schnell ins Herz geschlossen. Genauso wie seine Freunde.

FAZIT:
Ich selber musste bei dem Buch immer wieder schmunzeln, aber auch den Kopf schütteln. Ich bin froh, dass ich nach 70 Seiten nicht bereits aufgegeben habe. Sonst hätte ich ein ganz besonderes Buch verpasst. Allerdings finde ich, dass man gerade zu Beginn und zum Ende des Romans eine Menge Potential verschenkt hat, um diesem gesellschaftskritischen Roman noch zusätzlichen einen philosophischen Touch zu verleihen. Der Autor hat sich da wohl leider hin und wieder etwas zu sehr dazu verleiten lassen seine Aussagen hip und cool rüber zu bringen. Vielleicht wäre da an einigen Stellen weniger mehr gewesen.

LESEEMPFELUNG?:
Ich denke, dass Buch wird definitv nicht jedem gefallen. Man sollte seine Religion bzw. Religion allgemein nicht ganz so ernst nehmen und auch schwarzen Humor verstehen können. Ich muss an der Stelle aber auch sagen, dass ich selber kein Kirchgänger bin. Mir hat es gut gefallen und mich am Ende sogar zu Tränen gerührt.

In dem Sinne: Seid lieb! ;)

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